In Maxen ist in den letzten
Jahren viel geschehen, um den Bewohnern und Besuchern aus nah und fern
Erholung und Unterhaltung in einer landschaftlich reizvollen Lage zu bieten.
Das Heimatmuseum wurde eingerichtet, die
Naturbühne
www.naturbuehne-maxen.de]
wieder in Betrieb
genommen, Wanderwege ausgewiesen, Bäume gepflanzt, der Kalkofen am Roten
Bruch vor dem Verfall gerettet und in Schmorsdorf das Lindenmuseum eröffnet.
Das alles sind Angebote mit Augenmaß für einen sanften Tourismus, auf den
viele Heimatfreunde hoffen, nicht um für Maxen und seine Umgebung den
größten Profit zu erwirtschaften, sondern um anderen unsere schöne Heimat
mit ihrer bemerkenswerten Geschichte nahe zu bringen.
Wer heute nach Maxen kommt, sieht
nun schon aus der Ferne die neueste technische Errungenschaft, die über dem
Dorf weit in den Himmel ragt. Dass sie zum Nutzen der Bewohner vor Ort
errichtet wurde, dürfte wohl kaum der Fall sein, denn zufälligerweise fällt
die Aufstellung des Maxener Sendemastes mit der Inbetriebnahme weiterer
Anlagen entlang der neuen Autobahn A 17 Dresden-Prag zusammen. Nirgends
zieren sie die Landschaft, aber dass sie an den schönsten Aussichtspunkten
und zudem auf historischem Boden platziert werden, kann doch nicht im
Interesse der Öffentlichkeit sein!
Viele sorgen sich außerdem um
ihre Gesundheit und haben Angst vor der Strahlenbelastung, die von solchen
Anlagen ausgeht. Das Internet ist voll von entsprechenden Hinweisen. Wie
gefährlich Funkmasten tatsächlich sind, ist wissenschaftlich umstritten. Es
gibt in den europäischen Staaten ganz unterschiedliche Richtlinien mit
gesetzlich festgelegten Höchstwerten. In der Bundesrepublik liegen sie
vergleichsweise hoch. Nach Messungen der im November 2006 gegründeten
Initiative „Müglitztaler Funkwacht“ einer werden diese Höchstwerte derzeit
nicht überschritten.
Aber was heißt das? Aus der
Vergangenheit kennen wir mehrere Fälle für den sorglosen Umgang mit
technischen Neuerungen, deren Gefahren sich erst langfristig herausstellten.
Ein Beispiel ist die Gefährlichkeit der Röntgenstrahlen, die noch Jahrzehnte
nach ihrer Entdeckung geradezu fahrlässig eingesetzt wurden – bis hin zu
Durchleuchtungsapparaten in Schuhgeschäften, mit denen man einst vor dem
Schuhkauf die Fußform überprüfte.
Mit diesen Zeilen sollen keine
übersteigerten Ängste verbreitet werden. Es geht darum zu informieren und
zum Nachdenken aufzufordern. Wenn die Gefahren von Funkmasten
wissenschaftlich umstritten sind, warum müssen sie dann an jenen Orten
aufgestellt werden, wo es um unsere Zukunft geht, nämlich auf dem Gelände
der Müglitztaler Grundschule in Mühlbach? Müssen gerade unsere Kinder
solchen umstrittenen Belastungen ausgesetzt werden? Warum wird darüber in
der Öffentlichkeit nicht geredet?
Warum werden Entscheidungen
hinter verschlossenen Türen getroffen und mündige Bürger mit Fakten
konfrontiert, die erkennbar nicht in ihrem Interesse liegen? Wenn es
unumgänglich ist, dass wir Funkmasten in dieser Gemeinde brauchen, sollten
wir doch auch angesichts der damit verbundenen Bedenken mitentscheiden
dürfen, wo sie stehen können und wo nicht.
Maxen ist kein Schlafdorf vor den
Toren Dresdens! Wir wissen, dass es viele Telefonanbieter in Deutschland
gibt, dass der Markt um die großen Gewinne heiß umkämpft ist und dass es auf
den Höhen um Maxen noch viel Platz für weitere Funkmasten gibt. Da wir in
unserem Dorf nicht die Augen zumachen und unsere Heimat sowie unser gutes
Miteinander auch in Zukunft genießen wollen, sollten wir uns wehren gegen
diese Verschandelung und Gefährdung unserer Umwelt!
Die 1. Informationsveranstaltung
zum Thema „Risiko Mobilfunk“ am 25. April 2007 in der Maxener Kirche
stattgefunden. Die Vorträge von
Familie Kind und von Frau Dr.
Waldmann-Selsam zeigten in eindruckvoller Weise, wie wenig bekannt die
Auswirkungen der Mobilfunkbestrahlung sind. Familie Kind berichtete aus
eigener Erfahrung: Der unweit von ihrem Haus in Dresden aufgebaute
Mobilfunkmast schädigte die Gesundheit der sechsköpfigen Familie so sehr,
dass sich die Eltern gezwungen sahen, das vom Großvater ererbte Haus zu
verlassen und in eine Mietwohnung zu ziehen. Seit Auftreten der ersten
Krankheitserscheinungen, dokumentiert die Familie alle negativen
Auswirkungen der Strahlung. Familie Kind wünscht sich nichts sehnlicher, als
dass der Mast endlich abgeschaltet wird. Bisher haben all ihre rechtlichen
Schritte allerdings keinen Erfolg gehabt.
Frau Dr. Waldmann-Selsam ist
Ärztin und beschäftigt sich seit langem mit Krankheitssymptomen, die nach
Inbetriebnahme einer Sendestation auftraten. In manchen Orten in Deutschland
(z.B. Oberammergau) verzweifeln die Menschen, denn sie werden von mehreren
Masten dauerbestrahlt und können selbst in den Kellergeschossen nachts kein
Auge mehr zutun. Von amtlicher Seite werden solche „weichen“
Krankheitsbilder nicht ernst genommen und stets auf die eingehaltenen
Grenzwerte verwiesen. Diese sind aber bei Mobilfunkexperten umstritten, weil
sie viel zu hoch angesetzt sind. Außerdem lassen alle Messung das Befinden
der betroffenen Menschen vollkommen außer Acht.
Die Müglitztaler Initiative
Funkwacht setzt sich dafür ein, dass die bestehenden Mobilfunkmasten
abgeschaltet werden. Außerdem möchte sie, dass im Gemeindegebiet Müglitztal
keine weiteren Masten aufgestellt werden. Die Mitglieder der Initiative
treffen sich regelmäßig einmal im Monat. Die Initiative bestellt gerade ein
Messgerät, um auch direkt vor Ort jederzeit verlässliche Messungen vornehmen
zu können. Wenn Sie unsere Arbeit unterstützen wollen, melden Sie sich bitte
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